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Kann ein Nichtlandwirt landwirtschaftliche Grundstücke erwerben?

Das Ziel des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) ist die Förderung und Erhaltung von Familienbetrieben, die Stärkung der rechtlichen Stellung des Selbstbewirtschafters und des Pächters beim Erwerb landwirtschaftlicher Gewerbe und Grundstücke sowie die Bekämpfung von übersetzten Preisen für landwirtschaftlichen Boden. Um diese Ziele zu erreichen, enthält das BGBB Bestimmungen über den Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken und Gewerben, die Verpfändung von landwirtschaftlichen Grundstücken sowie die Teilung landwirtschaftlicher Gewerbe und die Zerstückelung landwirtschaftlicher Grundstücke. Mit diesen Bestimmungen wird die Verfügungsfreiheit des landwirtschaftlichen Grundeigentümers eingeschränkt. Als Grundsatz gilt, dass es für den Kauf von landwirtschaftlichen Gewerben und Grundstücken eine kantonale Bewilligung braucht.

Innerhalb der Landwirtschaftszone finden sich jedoch auch immer wieder nichtlandwirtschaftliche Grundstücke, so z.B. Ausflugsrestaurants, welche nicht als Teil des landwirtschaftlichen Betriebes gelten. Diese Grundstücke unterstehen grundsätzlich keiner Erwerbsbewilligung. Anders ist es bei der Beurteilung von ehemaligen bäuerlichen Wohnliegenschaften, welche nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Grundsätzlich gilt für diese Liegenschaften das BGBB und es ist somit eine Erwerbsbewilligung erforderlich. Es besteht jedoch die Möglichkeit, solche Gebäude zusammen mit einer Fläche von circa 1‘000 m2 (je nach topographischer Lage mehr) von einem landwirtschaftlichen Grundstück abzutrennen und aus dem Geltungsbereich des BGBB zu entlassen. Durch die Entlassung aus dem BGBB unterstehen die Grundstücke keiner Beschränkung mehr und können ohne Bewilligung übertragen werden. Das Gesetz gilt nicht für Grundstücke von weniger als 15 Aren Rebland oder 25 Aren anderem Land sowie Waldgrundstücke, die nicht zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe gehören.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel mit weiteren Informationen zur Preisgrenze und dem Selbstbewirtschaftungsprinzip.

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