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Mediation: Der andere Weg zur Konfliktlösung

Konflikte und Streitigkeiten treten in unterschiedlichsten Lebensbereichen auf: Am Arbeitsplatz, in Vereinen oder Verbänden, in der Familie, in der Nachbarschaft oder im sonstigen sozialen Umfeld.

In den meisten Fällen lassen sich Konflikte ohne Einwirkung Dritter regeln, d.h. die Beteiligten finden selbst eine Lösung für ihr Problem. Wenn dies nicht möglich ist, suchen die Betroffenen falls notwendig Halt beim Gesetz und mit oder ohne anwaltliche Unterstützung wird in einem ersten Schritt ein staatliches Schlichtungsverfahren eingeleitet, bei welchem der Friedensrichter Lösungsvorschläge unterbreitet. Kommt keine Einigung zustande, bleibt nur der gerichtliche Weg, d.h. Prozess.

Alternativ zum gerichtlichen Verfahren gibt es die Mediation. Dieser Weg lohnt sich vor allem dann, wenn zwischenmenschliche Beziehungen erhalten oder wiederhergestellt werden sollen, eigene Lösungen im eigenen Tempo erarbeitet werden wollen und es nicht (nur) um rechtliche Belange geht.

Was ist eine Mediation?

Die Mediation ist ein aussergerichtliches Verfahren, in welchem Streitigkeiten und Differenzen nach einem strukturierten Vorgehen bearbeitet werden. Unter der Leitung einer fachlich ausgebildeten und neutralen Drittperson, dem Mediator, suchen die Beteiligten eigenverantwortlich nach passenden Lösungen. Indem der Mediator das Gespräch moderiert, sorgt er dafür, dass alle Beteiligten zu Wort kommen, ihre Interessen und Beweggründe darstellen können und wieder ein gegenseitiges Zuhören stattfindet. Ziel dieses Vorgehens ist es, weg von blockierenden Schuldzuweisungen zu kommen und wieder Verständnis für das Verhalten und die Interessen des anderen aufzubauen und auf dieser Basis selber Lösungen zu finden – vielleicht auch solche, die zuvor gar nicht bedacht worden sind.

Praxisbeispiel

Das folgende Praxisbeispiel zeigt beispielhaft, wo ein mediatives Verfahren sinnvoll und zielführend eingesetzt werden kann.

Trennung und Scheidung

Ehepaar A will sich trennen. Es ist ihnen insbesondere wichtig, eine gute Lösung für die zwei Kinder (2 und 4 Jahre alt) zu finden. Die Kinderbetreuung haben sie bis anhin, da beide Teilzeit arbeiten, gemeinsam wahrgenommen. Für Frau A ist vor allem schwierig, dass Herr A bereits wieder eine neue Freundin hat. Sie will, dass diese mit den Kindern nichts zu tun hat. Im Mediationsverfahren regeln die beiden nebst vielem anderem, dass sie weiterhin für die Kinder gemeinsam sorgen, die Kinder in der gemeinsamen Wohnung bleiben und jeweils der Elternteil anwesend ist, der für die Betreuung sorgt. Bezüglich neuer Freundin können sie sich darauf einigen, dass diese die Wohnung nicht betritt, Herrn A aber bei Ausflügen mit den Kindern begleiten kann. Zudem legen sie fest, dass sie die Situation in sechs Monaten nochmals überprüfen wollen.

Weitere Praxisbeispiele zum Thema "Nachfolgeregelung" und "Arbeitskonflikt" finden Sie im Mögazette-Beitrag, der hier heruntergeladen werden kann.

Zusätzliche Informationen zum Thema "Mediation und Konfliktlösung" sind hier zu finden.

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