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Neu haften Käufer für Steuerschulden bei Immobilien-Kaufverträgen

Wer Grundeigentum, beispielsweise ein Haus oder eine Wohnung, kauft, rechnet kaum damit, dass er für Steuerschulden des Verkäufers aus diesem Kauf haftbar gemacht werden kann. Doch genau dies ist seit dem 1. Januar 2020 im Kanton Aargau möglich: Käufer haften mit von ihnen gekauftem Grundeigentum für Steuerschulden,insbesondere Grundstückgewinnsteuern, wenn der Verkäufer diese nicht bezahlt. Die maximale Haftungshöhe dieses sogenannten gesetzlichen Grundpfandrechts entspricht drei Prozent des Kaufpreises. Dasselbe gilt bei einem Tausch von Grundstücken. Um sicherzustellen, dass Käufer für Steuerschulden des Verkäufers nicht belangt werden, überweisen Käufer am besten die genannten drei Prozent des Kaufpreises direkt an die zuständige Steuerbehörde. Bei familieninternen Transaktionen, welche üblicherweise zu einem Aufschub der betroffenen Steuern führen, kann auf diese Sicherstellung verzichtet werden.

Zur Erläuterung ein Beispiel: Anna und Ben kaufen von Carmen die Liegenschaft Nr. 100 in Frick zum Kaufpreis von 800’000.00 Franken. Würde Carmen die von ihr geschuldeten Grundstückgewinnsteuern nicht bezahlen, könnte die Steuerbehörde ein Pfandrecht von 24’000.00 Franken auf der Liegenschaft Nr. 100 in Frick, welche nun Anna und Ben gehört, eintragen lassen. Damit dieser Fall gar nicht erst eintreten kann, überweisen Anna und Ben die Summe von 24’000.00 Franken (in Abzug vom Kaufpreis) direkt auf ein Konto der zuständigen Steuerbehörde. Da sich die spätere Grundstückgewinnsteuerrechnung der Steuerbehörde zu Lasten von Carmen auf 20’000.00 Franken beläuft, erhält Carmen nach der definitiven Steuerveranlagung von der Steuerbehörde 4’000.00 Franken zurück.

Der Kanton Aargau ist der letzte Kanton, welcher dieses gesetzliche Pfandrecht einführt. Es gilt für Rechtsgeschäfte, welche ab dem 1. Januar 2020 beurkundet werden. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im direkten Kontakt mit unseren Notaren oder im Beitrag unseres Notars Christian Suter in der nächsten Ausgabe der Mögazette. Diese erscheint im Frühling 2020 und wird auch auf dieser Website veröffentlicht.

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